Kurz zu meiner Person: ich bin 27 Jahre alt, trage seit der Volksschule eine Brille und auch Kontaktlinsen und habe mittlerweite eine Fehlsichtigkeit von um die ‐9 Dioptrien und eine Kontaktlinsenunverträglichkeit. Jedoch stört mich die Brille immer wieder in meinem Beruf und in meiner Freizeit.
Der erste Operationstag:
Ich wurde abgeholt und durfte von 1.STock in den Keller gehen zum OP. Dann in die Schleuse wo ich meine Taschen und meine Jacke in ein Kästchen gegeben habe. Ich bekam einen OP Kittel ‐ aber verkehrt herum angezogen, also nicht Rückenfrei sondern Bauch frei , dann ein fesches Hütchen und für die Schuhe einen Überzug. Die Hände wurden nur desinfiziert, Ringe konnte ich an lassen. So fertig gemacht ging es ab auf einen Sessel, ich wurde zugedeckt und die Anästhesistin kam und hat
mir den Zugang gelegt und ich bekam eine Zuckerlösung um den Augeninnendruck zu verringern.
Nach kurzer Wartezeit war ich an der Reihe. Die Patientin vor mir wurde aus dem OP geführt und wir machten einen fliegenden Wechsel. Auf den OP Tisch ‐ eigentlich wie ein Zahnarztstuhl – wurde ich zugedeckt, mein Kopf wurde mit Klebeband befestigt damit ich nicht rumwackle, dann das nicht zu operierende Auge zugepickt und auf das Gesicht und das andere Auge so eine blaue Klebefolie gelegt und das zu operierende Auge ausgeschnitten. Ich hab noch gemeint, aber nicht, dass da dann meine
Augenbrauen dran kleben bleiben und ich sie mir tätowieren lassen muss wenn die Folie wieder entfernt wird… Gut, nun wurde das Auge wurde desinfiziert, dann eingetopft, Tränenkanal gespült und wieder eingetopft (waren beidemal Betäubungstropfen) Ach ja vorher habe ich noch in den Ohren Akkupunkturnadeln gestochen bekommen was ein Service der Anästhesistin ist. So, jetzt ging es mit der Operation los… gespürt hab ich nicht viel, mal ein Druck mal ein Piksen. Dagegen habe ich
gleich die Betäubungstropfen bekommen. Während der Operation ist man voll wach und kann sich die ganze Zeit mit dem OP Team unterhalten. Mal musste ich runter schauen mal nach links mal nach rechts. Gesehen hab ich nur wie er die Bewegung zum Knotenmachen macht. Dann war es auch schon wieder vorbei… Auge Spülen, Salbe rein verband drauf, auf den Sessel, Magenschutzinfusion durchrinnen lassen und dann wieder anziehen, die 2 Stockwerke rauf zum ruhen und essen, noch 2
Tabletten geschluckt und zur Kontrolle zum Professor Zirm.
Wieder daheim: Ich war schon etwas müde, aber Schmerzen hatte ich keine, brauchte auch nicht die Mexalentablette die ich mitbekommen habe, da ich das andere Schmerzmittel ja nicht vertragen habe und es doch schon 21:00 war bei der Entlassung.

Der nächste Tag:
In der Früh hatte ich gleich einen Termin in der Klinik. Der Verband kam runter und dann wurde die Augen untersucht. Sehtest, Augeninnendruck usw. die üblichen Untersuchungen beim Augenarzt ‐alles war bestens, konnte sogar schon etwas lesen auf den Tafeln, aber der Augeninnendruck ist zu hoch. Also habe ich wieder 2 Tabletten bekommen und bin nach Hause gegangen. Um 17:00 hatte ich nochmals eine Kontrolle in der Klinik wegen dem erhöhten Augendruck.

Der zweite Operationstag:
Am Mittwoch kam das zweite Auge dran. Ich war die erste Patientin an diesem Tag. Vorher wurde nochmals der Druck gemessen ‐ er war bei beiden Augen viel zu hoch. Professor Zirm wollte schon die OP absagen und stattdessen den Druck operieren . Aber wir haben uns dann so geeinigt, dass ich mir des Risikos bewusst bin und er die Linse einsetzt. Mir wurde zusätzlich ein Medikament in erhöhter Dosis gespritzt wegen des erhöhten Drucks. Die Operation verlief gleich wie die Erste.

Der nächste Tag:
Heute kam der Verband am 2. Auge ab, leider sehe ich noch schlecht, weil Professor Zirm beim zweiten Auge die Nähte fester ziehen musste wegen dem Druck und ich somit auch mehr Hornhautverkrümmung und mehr Astigmatismus an diesem Auge habe. Ich kann halt nichts lesen, es verschwimmt immer zu einem schwarzen Fleck.

Die Tage danach…
Der Druck ist auch noch zu hoch, jedoch durch die Tropfen, die ich zusätzlich bekomme, geht er super runter. Es kann sein, dass ich schon seit längeren einen zu hohen Druck hatte, er war auch schon bei der Voruntersuchung grenzwertig. Mein Augenarzt hat diesen noch nie gemessen.
Das zuerst operierte Auge hat auf der Seite beim Augenwinkel ein geplatztes Äderchen, ist aber nichts schlimmes, das andere Auge schaut aus, als wär nie was gewesen. Beim ersten Auge spüre ich heute gar nichts mehr, vorher so ein Kratzen, wie wenn man harte CL trägt. Das andere ist ja später operiert worden und da wird’s gleich sein.
Schmerzen hatte ich bis jetzt keine, hab kein Schmerzmittel gebraucht und kann jetzt schon sagen, dass ich es wieder machen würde. Die Betreuung und das Team sind so super, ich habe keine Entzündung, nur etwas trockene Netzhaut. Scharf sehen werde ich, wenn sich die Nähre (die nicht sichtbar sind) aufgelöst haben bzw. gezogen worden sind und die Ärzte sind sich sicher, dass ich ein super Ergebnis haben werde.

Eine Woche später:
Gut, ich merke, dass die Augen schnell müde werden und ich auch immer wieder mal müde bin, aber sonst habe ich keine Probleme und kann alles machen.
Die Sehstärke ist zu Mittag am besten, am Abend lässt sie mehr nach und in der Früh braucht es auch seine Zeit bis es geht. Am Computer zu arbeiten geht eigentlich gar nicht, da verschwimmt alles ‐ ich hoffe, dass es bis nächsten Mittwoch halbwegs geht, da ich da wieder arbeiten muss. Aber bis dahin ist es ja noch über eine Woche hin. Meine Augen sind leider trocken, aber auch kein Problem mit Tränenflüssigkeit, brauchte ich bei den CL auch. Besonders in der Nacht werden sie sehr trocken und
im muss öfters aufstehen und eintopfen. Fernsehen geht eigentlich schon recht gut, die Augen werden am Abend halt müde. Ich meine, meine OPs sind so ca. 1 Woche her und dafür kann ich schon recht viel erkennen. In der Nacht muss ich für 3 Wochen Schutzschalen tragen, die mit Leukofix befestigt werden. Tagsüber trag ich eine helle Sonnenbrille, erstens gegen das helle Licht und zweitens, damit ich mir nicht unabsichtlich in die Augen greife.
Manchmal, besonders wenn es dunkel wird, sehe ich mit dem linken Auge den unteren und linken Rand der Linse ‐ auch das wurde mir vor der OP gesagt, aber nach einer Zeit blendet das Gehirn es aus bzw. ist nach ein paar Mal Blinzeln weg, die, die harte CL tragen kennen das vielleicht. Die eine Naht am linken Auge, stört mich recht, fühlt sich oft an, als hätte man eine permanente Wimper im Auge und manchmal ziept sie. Links wurde ja stärker vernäht wegen dem zu hohen Augendruck.
Die Tropfen sind nur mehr 3x täglich fällig und zwischendurch brauche ich Tränenflüssigkeit. Bald steht der nächsten Kontrolltermin an und ich bin gespannt wie es dann weiter geht.
Trotzdem ist es schon ein tolles Gefühl, wenn man die Augen aufmacht und etwas sehen kann, auch wenn es noch nicht optimal ist, es dauert halt, wie bei allen Operationen ist Geduld das Stichwort. Ich bin soweit zufrieden. Nur eines ist etwas lästig: ich darf 4 Wochen lang nichts machen, was Druck auf die Augen auslöst, also darf ich eigentlich gar nichts machen, nichts heben, nichts eingekauftes tragen, keinen Sport usw. halt einfach nichts. Ja, ich darf spazieren gehen und mir die Schuhe zu
binden. Gut, auch das wird vorbei gehen, kochen geht auch nicht, da schaut die Küche dann aus wie ein Schlachtfeld. Ich sehe es halt noch nicht… Also darf mein Freund ALLES machen was ihn gewaltig stört, naja da muss er durch.
Die Operationen werde ich mir auch noch anschauen, hab sie auf DVD mit bekommen, haben ganz schön lange gedauert so um die 50min ohne Vorbereitung und Nachbehandlung.

Nächster Kontrolltermin:
Es war wieder mal so weit. Ich habe der Optikerin mein Leid geklagt, dass ich eigentlich gar nichts am PC sehe wegen dem Astigmatismus, ich sehe die Zeilen doppelt, verschwommen und nach oben seitlich versetzt.
Nach einer weiteren Wartezeit konnte ich zu Professor Zirm. Ich habe ihn auch gleich mal auf das Problem angesprochen und er hat mir erklärt, dass ich rechts einen Astigmatismus von +1,25 habe und links (wo er wegen des hohen Augeninnendrucks die Nähte mehr zugezogen hat) ‐4,0 und habe somit eine Sehstärke von 60%. Wenn er jedoch die Spannung, die durch die Nähte erzeugt wird wegrechnet komme ich auf 100% Sehleistung. Er wollte mir aber nicht schon die Nähte lockern da die
Operationen erst ca. 1 Woche her sind. Er meinte, dass er schon mal so einen Fall hatte und da der Patient sich für die Übergangszeit eine leichte Brille für den PC zugelegt hätte. Die Augen wurden angeschaut, alles verheilt super und mir wurde einen neuen Tropfplan verschrieben.
Am Tag danach hatte ich schon meine neue Brille. Mit Brille geht das arbeiten am Computer wesentlich besser, auch wenn nicht lange, weil die Augen schnell müde werden ‐ und ich muss nächste Woche wieder.

Die Tage danach:
Die Sehstärke wird immer besser, ich sitze jetzt auch schon ohne Brille vor dem Computer weil es egal ist ob mit oder ohne, ich sehe mittlerweile mit beiden nicht (mehr) scharf.
Die Nähte sind mittlerweile sehr lästig. Eigentlich seit letzten Montag, da hat beim linken Auge (dem zweitoperierten) auf einmal die Naht rechts von der Iris angefangen wie verrückt zu piksen, so als ob jemand mit der Nadel hineinsticht. Und das den ganzen Tag lang alle 5 min. Echt ungut und anstrengend. Jetzt hab ich nur hin und wieder so ein piksen. Aber seit dem piksen ist das Sehen besser geworden. Wahrscheinlich lösen sich die Nähte jetzt langsam auf und es heilt.
Ich darf jetzt auch wieder ohne der Nachtschalen schlafen, das ist ein gutes Gefühl und dann aufwachen und ALLES!!!! SEHEN!!! So ein tolles Gefühl!
Trotzdem passiert es mir noch am Abend, dass ich denke, ich muss meine CL raus nehmen.
Was ich auch immer wieder mal habe wenn es dunkel ist, ist, dass ich die Ränder der Artisan sehe und auch die Sternlichter sehe, dann blitze ich ein paar Mal und es ist wieder weg, geht nur nicht weg, wenn ich arbeiten war und 8 bis 9h vor dem Computer gesessen bin.
Die Tropfen muss ich immer noch nehmen. Ich habe mich aber schon so daran gewöhnt, dass ich nicht mal mehr daran denken muss und schon automatisch zur richtigen Zeit eintropfe was auch ohne Spiegel funktioniert.
Wenn der Wind draußen stark geht oder es schneit, setze ich immer noch die Sonnenbrille auf, ist einfach bequemer.
Gestern ging der Wind ja wieder mal sehr stark und da hab ich dann auch gemerkt, dass meine Augen jetzt überhaupt nicht mehr vergleichbar sind wie wenn man CL trägt, kein Straßenstraub der kratzt, keine Angst, dass man was ins Auge bekommt usw. So toll!

Nächster Kontrolltermin:
Zuerst führte die Optikerin die ganzen. Nach einer durfte ich zu Professor Zirm. Nach einer kurzen Bestandsaufnahme bekam ich auch schon die gelben Betäubungstropfen. Er hat mir auch gleich mal gesagt, dass ich mittlerweile mit den Fäden drinnen schon 100% sehe. Ich habe das nicht mal
bemerkt ‐ kein Wunder, dass ich mit der Brille nicht mehr sah.
Dann wurde der Augendruck gemessen und wieder Betäubungstropfen ins Auge gegeben. Jetzt waren die Nähte dran. Irgendwie hatte ich schon ein wenig Angst davor, obwohl ich ja wusste dass das Nähte ziehen nichts macht. Es hat nur noch ein Faden etwas gezogen, die anderen waren schon locker. Ich habe absolut nichts von dem Ziehen gespürt. Danach wurde der Tropfplan umgestellt und ich bekam einen neuen Termin in 2 Monaten zur Kontrolle des Augendruckes.

Heute – 9 Monate nach den Operationen:
Mir geht es sehr gut. Ich sehe gut, mal sehr scharf, mal etwas weniger scharf, aber immer genug. Ich habe ab und an, wenn es dunkel ist, diese Sternenlichter, jedoch wenn ich mich darauf konzentriere, gehen sie weg. Die Tropfen muss ich immer noch nehmen, wenn auch andere. Diese sind aber vor allem wegen des zu hohen Augendruckes, was rein gar nichts mit der Operation oder den Linsen zu tun hat. Die Trockenheit meiner Augen ist etwas besser geworden, untertags brauch ich selten
Tränenflüssigkeit, für die Nacht jedoch täglich. Ich denke, dass das ein geringer Preis für ein Leben ohne Brille und Kontaktlinsen ist. Ich fühle mich frei, muss nichts mehr auf meiner Nase tragen, wenn ich nicht will, brauche nicht daran zu denken CL Flüssigkeit einzupacken wenn ich weg gehe, habe beim Sport keine rutschende Brille auf der Nase und bei Wind habe ich keine Angst, dass mir was in die Augen fliegt und ich schnell einen Spiegel brauche. Ich habe kein Problem mehr beim Schminken,
da ich mich jetzt ja im Spiegel sehe. Und vor allem: Ich wache auf und SEHE! Das ist das größte Gefühl.

Fazit:
Ich würde diese Operation jederzeit wiederholen und habe schon so begeistert in meinem Bekanntenkreis erzählt, dass der eine oder andere diese Operation auch schon überlegt. Das Team der Augenklinik in Innsbruck und in Wien ist super kompetent und ich fühle mich in beiden Standorten sehr wohl. Auch heute noch bin ich bei Professor Zirm in Behandlung und würde nicht mehr zu einem anderen Augenarzt gehen. Ich möchte mich bei allen herzlich Bedanken. Worte können mein Glück gar nicht ausdrücken.

 

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