A new lifestyle….

In den folgenden Zeilen möchte ich festhalten, wie ich die Implantation der Artisan Linsen erlebt habe. Ich möchte bei  meiner Entscheidungsfindung beginnen,  Kurzsichtigkeit ist weit verbreitet und wird von vielen eigentlich schon als normal empfunden, doch für mich war es nie der Fall. Für mich ist es eine Sehbehinderung die mit vielen Einschränkungen verbunden ist. Ich finde die Erfindung der Kontaktlinsen  großartig und hat mir über  viele Jahre in sehr vielen Situationen vergessen lassen, daß ich unter dieser Behinderung leide. Auch habe ich mit den Jahren verdrängt, wie hoch meine Dioptrien Anzahl bereits ist, weil es für mich keinen Unterschied machte, ob ich 4, 5 oder 6 Dioptrien habe. Kontaktlinsen haben allerdings auch sehr  viele Nachteile, man kann sie nicht rund um die Uhr tragen, man muß sie pflegen und jeder Staubkorn auf der Linse ist ein Drama. Bei mir verschlechterte sich die Verträglichkeit von Jahr zu Jahr, mein Augen wurden immer trockener und die Tragedauer der Kontaktlinsen immer kürzer. Zu diesem Zeitpunkt begann ich Informationen über Laserbehandlungen zu sammeln, doch im Hinterkopf war immer die Angst, was könnte alles passieren, wäre es sogar möglich im schlimmsten Fall zu erblinden? Doch irgendwann kam für mich die Wende, ich möchte es als Klick im Kopf bezeichnen, ich war psychisch bereit einen Eingriff an meinen Augen zuzulassen und mit dieser Veränderung entschloß ich mich einen Beratungstermin bei Prof. Zirm wahrzunehmen. Prof. Zirm hat sich sehr viel Zeit für mich genommen und das Gespräch verlief komplett anders als erwartet, weil ich mit der Intension gekommen bin eine Laserbehandlung durchzuführen. Doch es stellte sich heraus, daß diese Behandlung für mich nicht optimal ist und im ersten Moment war ich sehr enttäuscht. Doch Prof. Zirm schlug mir eine andere Möglichkeit vor, die für mich völlig neu war und es dauerte doch länger bis mir bewußt wurde, daß eine Implantation einer Artisan Linse die bessere Lösung für mich ist. Und so nahm alles seinen Lauf, als nächstes folgte die Terminvereinbarung und schneller als geglaubt stand der Tag meiner ersten OP vor der Tür.

Für diese OP mußte ich nach Innsbruck reisen, ich bevorzugte es etwas außerhalb von Innsbruck ein Appartement mit Garten zu mieten, da ich meinen Mann und meinen Hund unbedingt in dieser Zeit bei mir haben wollte.

Am Montag war es soweit, der erste Eingriff erfolgte an meinem rechten Auge. Im Wartebereich saßen einige andere Patienten und die Nervosität war nicht zu übersehen.

Auch wenn einige Stunden von Vorbereitung bis zur OP vergingen, diese verflogen im Nu.

Die OP selber wird nur mit lokaler Anästhesie durchgeführt, das heißt man ist im vollen Bewußtsein und verfolgt jeden Schritt der OP. Besonders dramatisch habe ich empfunden als die Nähte gesetzt wurden, es erinnerte mich irgendwie an einem Horrorfilm, wie die Nadel aufs Auge zukommt und dann plötzlich aus meinen Blickfeld verschwindet. Mir war vorher nicht bewußt, daß ich all diese Einzelheiten so intensiv miterleben würde.

Ich war heilfroh als mein Mann mich abholen durfte. Die Hälfte war nun geschafft am nächsten Tag stand nur eine Visite am Programm. Erstaunlicherweise konnte ich bereits sehr gut mit dem rechten Auge sehen, als mir der Verband abgenommen wurde und das stimmte mich positiv hinsichtlich der nächsten OP, die ja bereits am darauffolgenden Tag anstand.

Mittwoch morgen, ich habe sehr schlecht geschlafen, die Nervosität stieg von Stunde zu Stunde. Die Wartezeit erschien mir als ewig und mir war richtig schlecht vor Aufregung. Selbst die „Beruhigungstabletten“  schienen für mich in keinster Weise Wirkung zu zeigen. Als ich in den OP Raum geführt wurde, fröstelte ich, selbst mit Wärmedecke zitterte ich am ganzen Körper und versuchte völlig abzuschalten und nur daran zu denken, daß alles bald vorüber ist.

Ich fühlte mich sehr schlecht nach dieser OP, schwach und unsicher. Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, in meinen Händen hatte ich ein unangenehmes Kribbeln als würden tausende Ameisen herumkrabbeln. Bei der nächsten Visite wurde mir der Verband abgenommen und das war für mich der nächste Schock, mein Sehvermögen auf dem linken Auge war sehr schlecht. Bei der Visite versicherte man mir, das alles in Ordnung ist und das die Spannung der Nähte dafür verantwortlich ist, das mein Sehvermögen verzehrt wirkt.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Schmerzen, das änderte sich aber in der folgenden Nacht, ich empfand ein sehr unangenehmes Ziehen im linken Auge und empfand ein Fremdkörpergefühl. Dies hielt allerdings nur einen Tag an.

Ich wurde entlassen und mir wurde versichert das alles normal verlaufen ist.

Ursprünglich dachte ich das ich bereits nach einer Woche wieder normal arbeiten könne, davon war ich aber weit entfernt. Da mein linkes Auge ein derart schlechtes Sehvermögen aufwies, ermüdete das rechte sehr schnell, das wiederum zu Kopfschmerzen führte, so gönnte ich mir eine Auszeit von 3 Wochen, bevor ich wieder ins Arbeitsleben zurückkehrte. Ebenso Autofahren war völlig unmöglich für mich.

Meine nächste Kontrolle hatte ich in Wien und hier schilderte ich mein Problem mit dem linken Auge.

Prof. Zirm reagierte sofort darauf und schlug vor die Nähte ein wenig zu lockern. In der ersten Stunde konnte ich keine gravierende Verbesserung feststellen, allerdings einige Stunden später, war mein Sehvermögen wesentlich besser.

Was mir zu diesem Zeitpunkt bewußt wurde, ich benötige mehr Geduld, eine Heilung kann sehr unterschiedlich verlaufen.

Bei meinem nächsten Besuch wurden mir die Nähte entfernt, dies war ein rascher und kurzer Eingriff.

Zu diesem Zeitpunkt fühlte ich mich bereits befreit, ich hatte zwar noch keine 100% Sehleistung, aber sie war so gut, daß ich mich nicht mehr beeinträchtigt fühlte und das war ein großer Schritt.

Eines Morgens wachte ich auf  und dachte: „Wow, I’ve made it.“ Ich kann sehen ohne Sehbehelf. Solche Momente kann man mit Worten nicht beschreiben, es fühlte sich wie ein Wunder an.

Um zu einem Ende zu kommen. Ich würde diesen Eingriff immer wieder machen, weil das Ergebnis ein neues Lebensgefühl mit sich bringt und das ist wohl einer der schönsten Erlebnisse die man haben kann.

Der Weg dahin ist nicht einfach, es erfordert sehr viel Geduld und Überwindung, aber es lohnt sich!!!

 

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