Ich bin 32 Jahre alt und lebe in Niederösterreich. Seit ich etwa zehn Jahre alt bin, musste ich Brillen tragen. Anfangs war die Sehbehinderung nicht so schlimm. Mit 14 Jahren habe ich Kontaktlinsen bekommen. Aus gesundheitlichen Gründen, auf Anraten meines Augenarztes, habe ich mich für harte Kontaktlinsen entschieden. Ich habe mich schnell an das Handling gewöhnt und es war eine Erleichterung im Vergleich zum Brillentragen. Obwohl ich die Linsen regelmäßig (= täglich) getragen habe, hat sich meine Sehschwäche verschlechtert, so dass ich zum Schluss 13 bzw. 14 Dioptrien inkl. Hornhautverkrümmung hatte. Das ganze wurde nun wirklich zur Behinderung.

Wer schlecht sieht, weiß, welche Belastung das sein kann. Ich konnte ohne Brille oder Kontaktlinsen nicht lesen und noch nicht einmal mehr eine Ziffer am Handy sehen. Dafür musste ich mit meinen Augen bis einen Zentimeter zum Display gehen.

Ich betreibe sehr gerne Sport. Beim Laufen war die Belastung noch nicht so schlimm. Aber beim Schwimmen und vor allem beim Tennisspielen war es teilweise furchtbar. Wenn man auf einem Sandplatz Tennis spielt und der Wind geht, dann hat man permanent den Sand in den Augen. Jeder Kontaktlinsenträger kennt den stechenden Schmerz, wenn man die Augen kaum mehr aufbekommt, um die Kontaktlinsen und die Verunreinigung zu entfernen.

Auch im ganz normalen Alltag war die Einschränkung da. Besonders im Frühjahr, wenn der Schnee weggetaut ist, der Streusplitt noch liegt und der Wind geht. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie schnell man den Sand in den Augen hat. Auch wenn jemand keine Kontaktlinsen hat, ist das sehr unangenehm und kratzt. Wenn ein Windstoß einem Kontaktlinsenträger den Sand in die Augen bläst, dann ist das Kratzen und Brennen fast nicht auszuhalten. Es gibt dann nur eines, die Kontaktlinsen so schnell als möglich herauszubringen und zu waschen, wobei es gar nicht leicht ist, in diesem Zustand die Augen aufmachen zu können. Als Schutzreaktion tränen die Augen extrem stark und lassen sich nur schwer öffnen.

Es gibt bereits seit vielen Jahren die Möglichkeit einer Augenoperation. Bisher stand bei mir jedoch die Angst im Vordergrund, dass bei einer Augenoperation die Augen geschädigt werden oder man das Augenlicht vollständig verliert. Deshalb habe ich mich bisher nie dazu entschließen können.

Von einem Bekannten habe ich über die Privatklinik Zirm erfahren. Mein Bekannter hatte sich dort Lasern lassen und war sehr zufrieden mit dem Ergebnis. So bin ich nun auf die Homepage der Privatklinik Zirm und habe mich über die Möglichkeiten bei meiner Sehbehinderung bzw. Hornhautverkrümmung informiert. Mir wurden dazu genaue Informationen und Unterlagen zugeschickt, die ich über die Homepage angefordert hatte.

Nun wurde der Wunsch größer, endlich wieder normal sehen zu können. Aufgrund meiner Sehschwäche würde für mich die Implantation einer Artisan-Linse in Frage kommen. Ich habe mein Vorhaben mit meinem Mann besprochen und daraufhin telefonisch einen Termin für die Erstuntersuchung bei Prof. Dr. Zirm in Wien vereinbart. Bei dieser Untersuchung wurde dann festgestellt, dass die Implantation bei mir tatsächlich möglich war.

Nachdem ich noch einmal über die Sache geschlafen hatte, habe ich mich schließlich für die Operation angemeldet, die im Dezember 2009 in Innsbruck stattfinden sollte.

Natürlich war ich sehr nervös, ich hatte aber den besten Beistand, den man sich vorstellen kann. Meine Familie dachte fest an mich und mein Mann hatte sich die ganze Woche frei genommen und mich begleitet. Die Anreise nach Innsbruck war an einem Sonntag Mitte Dezember. Am Montag wurde das erste Auge operiert. Am nächsten Tag (Dienstag) war die Kontrolle des ersten Auges. Am Mittwoch war dann das zweite Auge an der Reihe, zu dem am Donnerstag die Kontrolle stattfand. Am Freitag war die Endkontrolle der Operationen.

Für die Operationen und Kontrollen musste ich täglich in die Privatklinik Zirm nach Innsbruck in die Meinhardstraße, da alles ambulant durchgeführt wurde. Für die Vorbereitung zur Operation musste ich bereits einige Stunden zuvor in die Privatklinik kommen. Nach der Operation warten, ob alles gut verlaufen ist. Es waren viele, viele Stunden, die mir mein Mann nicht von der Seite gewichen ist. Er hat gemeinsam mit mir gelitten, gebangt und gehofft. Ich glaube, dass es für ihn noch schlimmer war als für mich, weil er nicht wusste, wie es mir geht.

Meine Operation ist sehr gut verlaufen. Ich hatte nur jeweils am ersten Tag Schmerzen. Im ersten Monat nach der Operation mussten sich die Augen einstellen. In dieser Zeit war das Sehen anfangs noch sehr unscharf. Ich konnte nicht Auto fahren und durfte nicht schwer heben. Nach diesem Monat wurden die Nähte entfernt und ich konnte besser sehen.

Ich konnte es noch gar nicht glauben, dass ich nun ganz ohne Kontaktlinsen oder Brille sehen kann. Ich öffne in der Früh meine Augen, wenn ich aufwache, und kann alles sehen. Es ist ein unglaubliches Gefühl!

Ich kann Ski fahren, Laufen gehen, Schwimmen gehen, Tennis spielen, alles ohne Einschränkung. Nach so vielen Jahren wusste ich gar nicht mehr, wie das sein kann.

Ich möchte mich ganz herzlich bei Prof. Dr. Zirm, seiner Tochter Dr. Anna Zirm und dem ganzen Team für die tolle Betreuung und den Erfolg der Operation bedanken!


Liebe Grüße,

M. Leeb aus Amstetten

 

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