YAG-OP

Zirka 2 Jahre nachdem ich meine eigenen Linsen auf superneue optische Linsen tauschen habe lassen, bemerkte ich, dass ich doch öfter zur Lesebrille als üblich griff. Bis dahin brauchte ich diese nur, wenn schlechte Lichtverhältnisse vorlagen, ich müde oder verschnupft war und mein Hirn sich dumpf anfühlte.

Wirklich aufgefallen, dass ich signifikant schlechter sehe, war an einem regnerischen Abend im Dezember. Zuerst passierte ich einen Durchgang in der Innenstadt nicht, weil ich dachte, dass dieser Teil verglast ist. Wenig später wunderte ich mich, dass es trotz Regens nebelte. Zufällig juckte mich was am rechten Auge und während ich dieses schloss, bemerkte ich mit dem linken Auge allein, dass nun kein Nebel mehr war.

Wenig später hatte ich meinen Termin bei Prof. Zirm, um mir dieses „Phänomen“ mit der inneren Nebelmaschine anschauen zu lassen. Der Doktor konnte feststellen, dass Gewebe über den Linsenbereich beider Augen gewachsen ist, nur beim rechten Auge war es halt schon stärker. Innerhalb einer Woche hatte ich einen Termin, um die Augen Lasern zu lassen.

Die Laser-OP – auch wenn es unglaublich klingt – ist ein Klacks. Für den Arzt vermutlich nicht, für den Patienten schon. Die Augen werden einige Stunden vor der OP bereits mehrmals eingetropft. Unmittelbar vor dem Eingriff das letzte Mal. Dann setzt der Professor eine Art Aufsatz ins Auge, ich nehme an, damit es offen bleibt und ihm die Linse zeigt, vielleicht auch vergrößert. Diesen Aufsatz spürt man nicht sonderlich, und es tut nicht weh. Dann wird das Lasergerät justiert und Hr. Prof. Zirm „schießt“ los. Man hört bei jedem Schuss ein leises Klacken. Wenn das Gewebe getroffen wird, dann spürt sich das nicht stärker an, als wenn Sie sich mit dem Zeigefinger auf den Handrücken schlagen. Wenn das Gewebe dann gelöst und der Aufsatz aus dem Auge entfernt ist, sehen Sie im ersten Moment nur schwarz. Nach einigen Sekunden wird das Schwarz tiefrot und Sie sehen die ersten Konturen. Das Rot wird immer heller und endet schließlich in einem Gelbfilter, bevor man wieder klar sieht. Und klar sieht ist nicht übertrieben. Ich habe trotz eingetropfter Augen unmittelbar nach der YAG-OP besser gesehen als vor dem Lasern.

Die Augäpfel sind aber sehr rot. Der Taxifahrer, mit dem ich nach der OP nach Hause fuhr, hat sich offensichtlich gedacht „soll ich diese Volltrunkene wirklich in mein Taxi steigen lassen?“. Ein höflich und klar formulierter Satz hat mir die Taxifahrt dann doch ermöglicht.

Am nächsten Tag waren die Augen nicht mehr rot, sie sahen aber aus, als hätte ich eine „schwere Nacht“ hinter mir. Tagsüber gab sich aber auch das. Leicht irritierend sind die Reste des „zerlaserten“ Gewebes in den Augen. Sah man auf einen schneeweißen Hintergrund, konnte man kleine schwarze Punkte sehen, das ging noch. Aber die größeren Teile verschleierten kurz das klare sehen, wenn sie unmittelbar vor den Sichtbereich kamen. Mit Blinzeln verschoben sie sich zwar wieder, aber den ganzen lieben Tag die Augen zu drehen und etwas weg zu blinzeln war auch ein bisschen anstrengend und ich war ganz froh, wenn ich abends die Augen schließen konnte. Die großen Teilchen waren nach wenigen Tagen weg, nur manchmal schweben schwarze Punkte noch herum, dass dauert aber sicher auch nur mehr kurze Zeit an.

 

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