Mein Name ist Sabine und ich bin heuer 30 Jahre alt geworden. Meine erste Augenoperation liegt jetzt ca. 11 Jahre zurück, die zweite ca. 10 Jahre. Ich bekam damals eine zusätzliche Linse in mein linkes Auge implantiert und später dann die Hornhautverkrümmung mit dem Laser entfernt. Zuletzt hatte ich gesamt ca. -15 Dioptrien am linken Auge, rechts waren es etwa -4,5.
Seit ich zurück denken kann, hatte ich Probleme wirklich scharf zu sehen. Zuerst betraf es auch nur mein linkes Auge und ich bekam meine erste Brille als ich 3 Jahre alt war. Die Dioptrienanzahl stieg jährlich und so bekam ich mit 7 meine erste Kontaktlinse, weil es mit einer Brille nicht mehr auszugleichen war. Bei meiner Sehschwäche konnte ich nur harte Linsen tragen und ich hatte panische Angst, dass mir die Linse hinter mein Auge verrutschen könnte, egal wie oft mir mein Augenarzt versicherte, dass das nicht möglich sei. Da ich es damals nicht selber konnte, half mir meine Mutter jeden Tag beim Einsetzen der Linse, damit ich in der Schule bis zur Tafel sehen konnte. Durch die Überanstrengung wurde mein rechtes Auge mit der Zeit auch schlechter und eine zweite Kontaktlinse musste her. Mit der Zeit lernte ich, die Linsen selber einzusetzen und sie wurden ein fester Bestandteil meines Lebens.
Durch meine schlechten Augen bekam ich auch recht schell Kopfweh, wenn ich länger angestrengt auf eine Fleck schaute, wie z.B. beim Computer oder Fernseher, aber auch beim Lesen.
Beide Augen wurden kontinuierlich schlechter und mein Augenarzt sagte mir, dass man leider nicht mehr tun könnte, als zu versuchen, die Verschlechterung der Augen zu verlangsamen. Das war damals ein großer Schock für mich und meine Eltern.
Eines Tages gab mir meine Tante einen Zeitungsausschnitt, den sie gefunden hatte. Der Artikel berichtete über Augenoperationen bei einem gewissen Prof. Dr. Zirm. Sie meinte, ich solle doch mal dorthin gehen. Vielleicht kann man ja doch was für mich machen.
Gesagt, getan. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Und als der Herr Doktor nach langen Untersuchungen sagte, da gäbe es eine Möglichkeit, konnte ich es am Anfang gar nicht glauben. Er meinte, mein linkes Auge sei nach hinten 4mm zu lang und dass man das mit einer zusätzlich eingesetzten fixen Linse wieder ausgleichen könnte. Außerdem käme da noch eine Hornhautverkrümmung auf beiden Augen dazu, die man auch mit dem Laser wegbekommen kann. Er erklärte meinen Eltern und mir genau, wie er die Operation durchführen würde und beantwortete alle unsere Fragen bis wir wirklich alles verstanden.
Meine Eltern haben beide Operationen für mich bezahlt (unsere Krankenkasse hat leider nicht sehr viel dazu beigetragen) und mich auch nach Innsbruck in die Augenklinik gebracht. Vor den Operationen hatte ich schon Angst, aber der Herr Doktor und das gesamte Team waren sehr fürsorglich und hatten viel Geduld mit mir. Auch während den Operationen (man ist dabei ja wach) erklärte er mir genau, was er tat. Einen Tag nach den OP´s musste ich noch zur Kontrolle in die Klinik. Als die Schutzlinsen entfernt wurden, konnte ich es nicht fassen: Plötzlich konnte ich sehen!
Es ist wirklich unglaublich, wenn man zum ersten Mal ohne Hilfsmittel wirklich alles sehen kann. Man erkennt plötzlich die Menschen um einen herum! Man sieht in der Früh einfach auf den Wecker! Keine lästigen Kontaktlinsen mehr; kein tägliches Einsetzen und rausnehmen mehr, kein Putzen, kein Verrutschen!
Am Tag nach der Operation konnten wir dann schon wieder zurück nach Wien fahren und ich konnte mir das Video ansehen, dass während der OP gemacht wurde. Ganz ohne Brille und ohne Linsen!
Bis heute hatte ich keine Probleme seit diesen Operationen und ich würde sie ohne Zögern wieder machen lassen. Die enorme Steigerung der Lebensqualität würde ich nicht wieder hergeben wollen!
Ich habe meinen Führerschein gemacht, ohne Beschränkungen. Ich kann schwimmen gehen, ohne meine Linsen zu verlieren. Eine Zeit lang bin ich auch tauchen gegangen und konnte die Unterwasserwelt einfach genießen. Mit meinem Mann gemeinsam habe ich schon viele Reisen am Motorrad unternommen und viel von der Welt gesehen. Mit meinen eigenen Augen!
Wenn man schlecht sieht, gewöhnt man sich daran, einfach nicht alles zu sehen. Aber wenn es eine Möglichkeit gibt, das ganze zu ändern, sollte die Angst einen davor nicht abschrecken. Das Ergebnis ist für jeden schlecht Sehenden wie ein Wunder.
Natürlich ist die Operation nicht billig, und wenn meine Eltern es mir damals nicht bezahlt hätten, hätte ich noch länger darauf warten müssen. Aber mit Sicherheit hätte ich solange gespart, bis ich mir meinen Traum vom guten Sehen erfüllt hätte!koenig_sabine

 

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