Nachdem bei mir bereits grauer Star diagnostiziert wurde und die Sehkraft auf dem rechten Auge nachgelassen hatte, besuchte ich die Augenklinik Zirm in Wien, um meine Augen noch einmal genauer untersuchen zu lassen. Dabei wurde neben dem grauen Star auch noch noch ein Keratokonus festgestellt.
Ich war in den Jahren zuvor bei verschiedenen Augenärzten und im Vergleich dazu waren die Untersuchung und das Beratungsgespräch bei Prof. Zirm ausgesprochen gründlich. Geraten wurde mir zu der Implantation einer künstlichen Linse, die gleichzeitig meine Kurzsichtigkeit sowie meinen Astigmathismus ausgleichen sollte. Ausserdem wurde mir geraten, beide Augen operieren zu lassen, da ansonsten im Anschluss der Unterschied zu gross wäre.

Vor dem zweiten Beratungsgespräch (dem Operationsgespräch) hatte ich noch einmal Gelegenheit, mir Hintergrundinformationen zu sammeln und eine Fragenliste zusammenzustellen, auf die sehr ausführlich eingegangen wurde.
Die Operation selber fand Anfang Oktober in Innsbruck statt. Das erste Auge wurde am Montag operiert, am Dienstag gab es die erste Kontrolle. Am Mittwoch die zweite Operation und am Donnerstag konnte ich nach der Kontrolle bereits mit der Bahn nach Wien zurückfahren.

Die Operation ist weder schmerzhaft noch wirklich unangenehm. Am unangenehmsten ist die Vorstellung, die man vorher davon hat. Man sieht auch nichts während der Operation, ausser einem diffusen Lichtpunkt. Nachdem ich in den OP-Saal geführt wurde war es nach ca 45 Minuten schon wieder vorbei. Ich konnte mich noch zwei Stunden auf einer Liege ausruhen und bin dann – durch die Beruhigungstablette immer noch leicht sediert – mit einem Taxi zum Hotel zurückgefahren.

Spannend wurde es am nächsten Tag als der Verband abgenommen wurde. Man kann nicht sofort richtig scharf sehen, das stellt sich aber relativ schnell ein und wird in den folgenden Tagen immer besser. Wirklich beeindruckend war aber die Intensität der Farben und der Kontraste. Vor allem, da ich ja das ursprünglich „bessere“ Auge noch unoperiert zum Vergleich heranziehen konnte.

Inzwischen sind sechs Wochen vergangen und meine Sicht ist nun im Prinzip mit HD-TV vergleichbar. Brilliante Farben und Kontraste und ein gestochen scharfes Bild auf beiden Augen. Dies allerdings nur ab 1-2 Metern Entfernung. Für kürzere Entfernungen brauche ich eine Lesebrille. Daran musste ich mich erst gewöhnen. Nachdem mein zweites Auge operiert und noch verbunden war, konnte ich z.B. keine SMS mehr lesen. Und der natürliche Instinkt, bei verschwommenen Bildern näher ranzugehen, ist nun plötzlich kontraproduktiv.
Es gibt aber günstige Lesehilfen, die man sich auch schon vor der Operation besorgen kann. +2 Dioptrien reichten mir für den Anfang. Die richtig angepasste Lesebrille kommt später, wenn die Augen richtig verheilt sind.

Als leichten Nachteil empfinde ich die höhere Lichtempfindlichkeit. Es ist jetzt alles wesentlich greller, so dass ich öfter zur Sonnenbrille greifen muss.

Ansonsten habe ich aber nach der Augenoperation ein erhebliches Stück Lebensqualität zurückgewonnen. Ich hätte die Operation auch noch einige Jahre hinauszögern können, bin aber sehr froh, dass ich mich jetzt schon dazu entschieden habe.

An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an Prof. Zirm und sein Team!

 

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