Schon seit meiner Kindheit leide ich unter sehr starker Kurzsichtigkeit. Ich schämte mich immer wegen meiner dicken Brillen.
Als ich mir mit 16 Jahren ein Mofa kaufte, musste eine Alternative zu den Brillen her. Ich bekam meine ersten Kontaktlinsen.
Jetzt bin ich 45 Jahre. All die Jahre litt ich unter meinen sehr trockenen Augen. Ich dachte schon lange über eine Korrektur meiner Kurzsichtigkeit nach. Leider fehlte mir immer der Mut dazu. In Februar 2012 waren wir in Afrika auf Safari. Dort lernte ich eine Frau kennen. Als ich mich nach einer staubigen Pirschfahrt über die Kontaktlinsen beklagte, erzählte sie mir, dass sie sich vor über 20 Jahren Linsen in die Augen implantieren ließ und seitdem glücklich ist. Sie hat die Operation in Innsbruck bei Herrn Prof. Zirm machen lassen. Ich konnte mir aber nicht vorstellen einen Fremdkörper fix ins Auge setzen zu lassen. Für mich kam nur eine Laser-OP in Frage. Schließlich kannte ich einige Personen, die mit dieser Methode sehr zufrieden waren.
Zurück in Österreich war ich so motiviert, dass ich mir gleich in der Osterwoche einen Termin im AKH geben ließ. Nach der Untersuchung fand ein Abschlussgespräch statt. Für mich brach eine Welt zusammen. Denn der untersuchende Arzt teilte mir mit, dass er von einer Laser-OP abraten würde. Meine Dioptrien (rechts -9,25 und links -7,75) sind zu hoch. Somit käme nur eine Implantation von Linsen in Frage. Die Kosten würden ca. € 7.000,– betragen, wobei die Krankenkasse leider nichts übernimmt.
Um noch eine weitere Meinung einzuholen machte ich mir einen Termin in einem Augenlaserzentrum aus. Diese meinten: Eine Implantation sei wirklich nicht notwendig, eine Laser-OP würde reichen. Kosten: ca. € 2.500,–.
Nun war ich hin und her gerissen. Noch konträrer konnten die Meinungen der Ärzte nicht sein.
Ein weiterer Termin bei einem anderen Institut bestätigte die Aussage des Arztes im AKH. Doch in diesem Institut fühlte ich mich überhaupt nicht wohl. Er hätte beide Augen an einem Tag operiert. Das wäre mir aber doch zu viel Action gewesen.
Nun fiel mir wieder unsere Mitreisende auf der Safari ein. Sofort ließ ich mir einen Termin bei Herrn Prof. Zirm in Wien geben. Nach einer neuerlichen Untersuchung war es klar – entweder eine Implantation von Artisan-Linsen oder weiterhin herumquälen mit meinen Kontaktlinsen. In einem ausführlichen Beratungsgespräch nahm mir Herr Prof. Zirm die Angst vor dieser Operation. Das Argument, dass bei einer Laser-OP unwiderruflich am Auge was verändert wird, half mir bei meiner Entscheidung. In Mai 2012 war das Gespräch und einen Monat später hatte ich schon einen Operationstermin; allerdings in Innsbruck.
Nach einer dreiwöchigen Kontaktlinsen-Pause fuhren wir am Sonntag, 3. Juni 2012 nach Innsbruck. Am Montag in der Früh wurde zuerst das rechte Auge operiert. Der Eingriff selber dauerte ca. 30 Minuten, verlief schmerzfrei und ohne Probleme. Um die Linsen im Auge genau platzieren zu können, gab der Prof. während der Operation Anweisungen. Ich musste einmal rechts, dann wieder links, nach oben, nach unten, … schauen. Nach der Operation musste ich zur Beobachtung noch zwei Stunden in der Ordination bleiben. Ich wurde sogar mit Kaffee und einem Weckerl verwöhnt. Nachdem das Auge versorgt und dick eingepackt wurde, konnte ich in das Hotel zurückkehren.
Am Dienstag war Kontrolle. Herr Prof. Zirm war sehr zufrieden mit seinem Werk. Der Verband kam herunter und ich wurde entlassen. Am Anfang sah ich alles wie durch einen dünnen Schleier. Um das Auge zu schützen musste ich am Tag eine Schutzbrille (Sonnenbrille) tragen. Während der Nacht klebte ich für die nächsten drei Wochen eine Plastikschale über das Auge. Es könnte ja sein, dass das Auge zu Jucken beginnt und man sich aus Reflex ins Auge fährt.
Am Mittwoch wurde das linke Auge operiert – gleiche Prozedur.
Bevor wir am Donnerstag wieder Richtung Tulln fuhren, hatte ich noch einen Kontrolltermin.
Nach der OP sieht man gleich relativ gut. Durch die Nähte hatte ich noch Schwierigkeiten mit dem Kleingedruckten. Da ich einen Bürojob habe, war ich erst wieder nach drei Wochen einsatzbereit. Ich kaufte mir eine günstige Lesebrille. Die half mir in der ersten Zeit bei meiner Tätigkeit im Büro.
In den nächsten Wochen war das Eintropfen der Augen ziemlich lästig – was aber sein muss, muss eben sein. Es waren vier verschiedene Tropfen und die mussten 5x am Tag ins Auge.
Am 5. Juli. 2012 kamen die Nähte raus. Außer einem schwachen Ziehen spürte ich fast nichts. Ab jetzt wurde meine Sehleistung von Tag zu Tag besser. Die Lesebrille konnte ich nun komplett weglassen.
Das Einzige was ich ein wenig störend empfinde ist eine Glaskörpertrübung, die ich seit der Operation habe. Ich weiß allerdings nicht, ob die Trübung direkt mit dem Eingriff zu tun hat. Kleine Probleme habe ich auch im Dunkeln. Wenn ich gegen ein Licht schaue sehe ich manchmal Sternlichter – meisten tritt dies in der Früh auf.
Nach einem Jahr war eine große Kontrolluntersuchung. Ich habe 100% Sehleistung!!!
Die Operation hat zwar viel Geld gekostet, aber meine Lebensqualität hat sich dadurch sehr erhöht. Schon alleine wenn wir in den Urlaub fliegen, keine Reservebrillen, Reservekontaktlinden, optische Sonnenbrille, Reinigungsmittel, Reserve-Reinigungsmittel (es könnte der eine Koffer ja verloren gehen), … einpacken. Es ist einfach nur toll. Wenn ich vor der Wahl stehen würde – Operation ja oder nein – ich würde sie sofort wieder machen.
Auf diesem Weg möchte ich mich bei Herrn Prof. Zirm und seinem Team für die professionelle und freundliche Betreuung bedanken.

Petra Dospel, Oktober 2013

 

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